Besichtigung:

7.2.2007


Abu Akbar Moschee Dortmund


Fotos: Schüpphaus


Christen, Juden und Muslime im Gespräch über Religion und Integration


Besichtigung der Abu Bakr Moschee


Im Februar 2007 fuhr eine Gruppe interessierter Männer und Frauen aus dem Wilhelm-Hansmann-Haus in die Carl-Holtschneider-Str. 8a. Dort befindet sich die Abu Bakr Moschee, eine der vier Moscheen in Dortmund.
Der Imam Ahmad Aweimr führte durch das Gebäude mit den verschiedenen Räumen.
Im Gebetsraum, der vom Frauenraum getrennt ist, befinden sich die Gebetsnische und die Vortragskanzel. Die Gebetsnische wird in der Regel vom Vorbeter, dem Imam, eingenommen. Er betet vor und die Gemeinde betet es nach. Von der Vortragskanzel aus wird gepredigt. Sie kann mit der Kanzel in christlichen Kirchen verglichen werden.
Die Predigt in Moscheen kann gesellschaftliche, kulturelle, wissenschaftliche und religiöse Themen beinhalten.
Nach dem Rundgang gingen die Teilnehmer in einen Vortragsraum. Hier wurden Kaffee, Tee und Gebäck gereicht. Die Inhalte muslimischer Verhaltensweisen wurden erläutert.

Es gibt fünf Säulen des Islam:

1. Das Glaubensbekenntnis (Shahaada): Dies ist die erste Säule des Islam: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, Mohammed ist sein Prophet“.
2. Das Gebet (Salaat): Alle Muslime sind verpflichtet, fünfmal am Tag zu bestimmten Zeiten zu beten, allein oder mit anderen zusammen. Es wird erwartet, dass alle am Freitag um die Mittagszeit zum Gottesdienst in die Moschee kommen.
3. Das Almosengeben (Zakkaat): Almosen werden an Arme, Bedürftige, Schuldner, Gefangene und Reisende gegeben. Dem Koran ist die Höhe nicht so wichtig wie die Art und Weise des Almosengebens.
4. Das Fasten (Saum): Während des Monats Ramadan (der neunte Monat des Mondjahres) sind alle Muslime verpflichtet, während des Tages zu fasten. Sie müssen sich tagsüber von Essen, Trinken, Rauchen und Sexualität enthalten. Nach Sonnenuntergang ist das alles wieder erlaubt.
5. Die Pilgerreise (Hadj): Jeder Moslem muss mindestens einmal im Leben eine Pilgerreise nach Mekka machen. Alte und Kranke dürfen einen Stellvertreter schicken. Diese Pilgerreisen sind das ganze Jahr über möglich, aber die meisten Muslime machen diese Reisen im zwölften Monat.

In der anschließenden Diskussion mit Ahmad Aweimr stellte sich heraus, dass Jesus, Adam, Noah, Abraham und Johannes der Täufer von den Muslimen ebenfalls als Propheten anerkannt werden, wobei allerdings nach seiner Auffassung Mohammed der letzte Prophet war und damit alle anderen überholt wurden.
Die Unterschiede der realen Verhältnisse in der Welt zu den religiösen Bekenntnissen erklärte A. Aweimr mit dem interessengeleiteten Einfluss der Politik auf das tatsächliche Verhalten der Menschen. Im Zusammenhang mit dieser Aussage machte A. Aweimr darauf aufmerksam, dass „Dschihad“ wörtlich übersetzt „Anstrengung, Einsatz“ bedeutet. Friedliebende Muslime leiten daraus ab:

1.
Anstrengung des Herzens = tägliches Bemühen um aufrichtigen Glauben
2.
Anstrengung der Zunge = Ermunterung der Guten u. Zurechtweisung der Bösen
3.
Anstrengung der Hand = soziale Aktion

Nur Toleranz im Verhalten der Religionen untereinander, das war die Meinung aller Teilnehmer, kann garantieren, dass ein friedliches Zusammenleben möglich wird.

Auszüge aus Zeitung „Treffpunkt“ des WHH-Heft 9, April 2007– Autor: Lothar Bödeker


Religionen



vom 3.5.2008

Annäherung zwischen Vatikan und Islam-Theologen


© 2008 Financial Times Deutschland, © dpa

Papst Benedikt XVI. am 6. Januar im Petersdom im Vatikan.

 

Der Vatikan und führende schiitische Theologen aus dem Iran haben sich in Rom auf eine gemeinsame Erklärung zum Thema «Glaube und Vernunft im Christentum und im Islam» geeinigt.

 

Der wichtigste der insgesamt sieben vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Grundsätze besagt, dass Glaube und Vernunft «von sich aus gewaltlos» sind und niemals für Gewalttätigkeit benutzt werden sollten. «Bedauerlicherweise ist es immer wieder vorgekommen, dass beide missbraucht wurden, um Gewalt zu üben», heißt es in dem am Mittwoch auf der Webseite des Vatikans abgedruckten Dokument.

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hat am Freitag über das Schriftstück berichtet. An dem vorausgegangenen Seminar, das vom vergangenen Montag bis Mittwoch dauerte, waren der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog und das Zentrum für den interreligiösen Dialog der «Islamic Culture and Relations Organization» mit Sitz in Teheran beteiligt. In den vereinbarten Leitsätzen heißt es weiter, Christen und Muslime sollten über Toleranz hinausgehen und Unterschiede akzeptieren, während sie sich ihrer Gemeinsamkeiten bewusst bleiben und Gott dafür danken: «Sie sind zu gegenseitigem Respekt aufgerufen und somit dazu, die Verhöhnung von religiösen Überzeugungen zu verurteilen.»

Nach der Generalaudienz empfing auch Papst Benedikt XVI. eine Delegation der iranischen Muslime unter der Leitung von Mehdi Mostafawi, der auch Irans Präsidenten in religiösen Fragen berät. «Die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der heutigen Welt machen die Notwendigkeit solcher Kooperationen zwischen Islam und Katholizismus umso bedeutender», erklärte Mostafawi im Anschluss an das Treffen nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Dialog und Respekt seien die wichtigsten Kriterien für die Verminderung der extremistischen (religiösen) Bewegungen.

Monsignor Khaled Akasheh, der für den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog an den Gesprächen teilnahm, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag: «Die Teilnehmer waren sehr zufrieden mit dem, was erreicht worden ist.» Auch in Deutschland wurde die gemeinsame Erklärung sehr positiv aufgenommen.

Aus Sicht des Experten Peter Hünseler von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (Bonn) ist die Erklärung ein «wichtiges Zwischenergebnis». Innerhalb eines langjährigen Dialogs mit Muslimen sei bei dem nun sechsten Zusammentreffen mit Vertretern aus dem Iran ein «Kommuniqué von hohem Stellenwert» gelungen. «Ganz entscheidend ist hierbei die Absage an die Gewalt als zentraler Punkt», sagte der Leiter der Fachstelle für christlich-islamischen Dialog der Bischofskonferenz auf dpa-Anfrage.

Die Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ingrid Fischbach, begrüßte sie als «richtungweisend». Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick bezeichnete die vereinbarten Grundsätze als einen großen Fortschritt. Das nächste Treffen für den weiteren Dialog soll in zwei Jahren in Teheran stattfinden.


Besichtigungen-Archiv

Buddhismus

Eulengasse

Johanniter

Nixdorf-Museum

Senfmühle

Hoeschmuseum



Heinz Schüpphaus
Reaktionen,Beiträge
und Änderungswünsche
sind uns willkommen.
E- Mail bitte an den:
Senioren Internetclub Dortmund
Logo Senioren Internetclub Dortmund Entwurf: Renate Hittig
 

Zur Programmseite des WHH