Video vom Dortmunder Hauptbahnhof
 

Hochgeladen von" lokuli2" 29.05.2011




Hauptbahnhof:
Umbauarbeiten nicht vor 2017 beendet

DORTMUND An Verspätungen hat man sich bei der Bahn gewöhnt.
Das gilt auch für den Hauptbahnhof.
Die kompletten Umbauarbeiten werden wohl nicht vor 2017 fertig sein.
Von Oliver Volmerich
08.10.2009 05:20 Uhr


3do
Der neue Bahnhof für Dortmund wird barrierefrei und seniorengerecht.

Dortmund zählt zu den wichtigsten Bahnknotenpunkten in Deutschland, mit IC- und ICE-Verbindungen in viele Zentren Europas. 41 Millionen Menschen nutzen jährlich den Dortmunder Hauptbahnhof, der damit auch eine Visitenkarte der Stadt sein sollte.

Modell 3do; Rechte: WDR
Modell des Nordausgangs von 3do

Die Realität schaut allerdings anders aus: Modern und funktionsgerecht ist der jetzige Bahnhof schon lange nicht mehr; vielerorts wird der Zweckbau aus dem Jahr 1951 sogar als "Pommesbude mit Gleisanschluß" verspottet.

Seit Mitte der 90er Jahre ist daher ein neuer Bahnhof für die Dortmunder Innenstadt, mit Platz und Komfort für die Reisenden, mit einer ansprechenden, modernen Architektur und einer räumlichen Anbindung an die City in Planung.


Deutsche Bahn bewilligt Umbau

Dortmunder Hauptbahnhof; Rechte: WDR
Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs

Nicht mehr lange, dann war am Dortmunder Hauptbahnhof die längste Zeit die Rede vom "erbärmlichen Erscheinungsbild".
Der Bau eines hochmodernen Einkaufs- und Freizeitzentrums ist jetzt (Januar 06) der Realität ein Stück näher gerückt.
Der Vorstand der Deutschen Bahn AG hat mit einem entsprechenden Beschluss den Weg für den Neubau des Dortmunder Hauptbahnhofes frei gemacht.
Das so genannte "3do" sieht über den Gleisen ein mehrstöckiges Einkaufs- und Freizeitzentrum vor. Die dortige 66.000 Quadratmeter große vermietbare Fläche entspricht der von 250 Tennisfeldern. 2.500 Arbeitsplätze sollen im "3do" entstehen. Der Beginn der Arbeiten ist nach der Fußball-Weltmeisterschaft vorgesehen.


Der Knoten ist geplatzt

 3do; Rechte: WDR
Modell 3do

Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD) zeigte sich erleichtert über den Beschluss: "Der Knoten ist geplatzt. Die Dortmunder bekommen nun endlich einen Bahnhof, der der Größe der Stadt entspricht. Er wird eine herausragende Adresse sein." Als nächstes müsse nun ein Termin für die Vertragsunterzeichnung zwischen den Beteiligten gefunden werden. Auch NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) zeigte sich erfreut. "Das ist ein starkes Signal für Dortmund und ein klares Bekenntnis zum Ruhrgebiet", erklärte er in Düsseldorf.


3do-Finanzierung offenbar gesichert

Lange Zeit war unklar, ob der seit Jahren geplante Umbau finanziert werden könne. Nun hat offenbar der portugiesische Investor Sonae Sierra, der bereits 2001 das Projekt "3do" vorgestellt hatte, die Finanzspritze in Höhe von 275 Millionen Euro zugesichert. Hinzu kommen 132 Millionen Euro von Bund und Land NRW. Weitere rund 150 Millionen Euro sollen durch Investitionen der Mieter und der Stadt Dortmund gesichert sein. "3do" steht zum einen für die drei Partner Bahn, Investor und Stadt und zum anderen für Reisen, Einkaufen und Freizeit.

Der lange Weg bis dahin

Ufo; Rechte: WDR
Entwurf für das UFO

Das "UFO" war im Jahr 1997 der erste Planungsversuch, den Dortmunder Bahnhof aufzuwerten: Mit einem 80.000 qm großen, futuristisch anmutenden flachen Rundbau auf dem bisherigen Bahnhofsgebäude.

"UFO" hieß dieses geplante Gebäude nicht zufällig: Es erinnert mit seiner Form, der Glaskuppel und einer Haut aus Stahl und Beton tatsächlich an ein Ufo, das eher zufällig auf dem Dach des Bahnhofs gelandet ist.

Obwohl dieser Entwurf von der Stadt als neues architektonisches Markenzeichen für Dortmund gefeiert wurde, überwogen die Stimmen der Kritiker: Das geplante Gebäude sei mit geschätzten Baukosten von damals noch 800 Millionen Mark zu teuer, zu unpraktisch, und passe vor allem nicht in das städtebauliche Umfeld. Es würde immer ein Fremdkörper bleiben, warnten zum Beispiel auch die Raumplaner der Universität Dortmund.

Im Jahr 1999 verschwanden die Pläne wieder in den Schubladen der Architekten.


3do

3do; Rechte: WDR
Erste Pläne für 3do

So heißt das Projekt, dessen Pläne die Stadt Dortmund nach dem Scheitern von "UFO" erstmals im Oktober 2001 öffentlich vorstellten.

3do - das heißt, dass das neue Bahnhofsgebäude gleich drei Funktionen auf einmal erfüllen sollte: Es sollte zum einen den Bahnreisenden als funktionsgerechte Verkehrsstation mehr Komfort bieten, darüber hinaus als Shopping-Center Platz bieten für Dienstleistungs- und Einkaufsangebote, und schließlich auch noch Freizeitmöglichkeiten unter seinem Dach vereinen.

In einer Public-Private-Partnership haben schließlich der portugiesische Investor Sonae, die Deutsche Bahn AG und die Stadt Dortmund das Projekt 3do aus der Taufe gehoben. Nach mehreren Korrekturen sahen die Pläne für den neuen Bahnhof ein 200 Meter breites Gleisbett vor, das von einem viergeschossigen, 45 Meter hohen Gebäudekomplex überspannt ist.

Auf den so geschaffenen 81.000 Quadratmetern Nutzfläche sollen Geschäfte, Gastronomie, und Freizeitangebote angesiedelt werden. Darüber soll sich wie ein gigantisches Betonsegel ein 120 Meter hoher Hotelturm erheben, als weithin sichtbare neue Landmarke für Dortmund.Von diesem markanten Turm haben sich die Planer allerdings inzwischen wieder verabschiedet. Und auch die geplanten Einkaufsflächen haben sie zwischenzeitlich verkleinert.

Erste Hemmnisse

3do; Rechte: WDR

Kaum war das Projekt vorgestellt, als sich abzeichnete, dass die 3do-Planungstroika aus Sonae, Bahn und Stadt in unterschiedliche Richtungen zog.

Der Investor überarbeitet mehrfach seine Pläne, die Bahn wollte ihren Anteil an der Finanzierung so gering wie möglich halten, und preschte mit dem Vorschlag vor, auf 3do zu verzichten, und stattdessen einen funktionalen Bahnhof notfalls im Alleingang zu bauen; und der Stadt schließlich wehte ein kräftiger Gegenwind von Seiten des Einzelhandels entgegen: Die Ladenbesitzer in der Innenstadt befürchteten, die groß dimensionierten Verkaufsflächen im neuen Bahnhofsgebäude würden ihnen zu große Konkurrenz bescheren.

Eine Studie hatte ergeben, dass der neue 3do-Konsumtempel den Geschäftsleuten in der Innenstadt 6 Prozent an Kaufkraft abziehen würde. Für lange Zeit gerieten die Verhandlungen ins Stocken, mehrere Fristen zur Einreichung der Pläne bei den Genehmigungsbehörden verstrichen, schließlich wurde gemunkelt, der Investor Sonae könne nicht genügend Interessenten für die Laden- und Freizeitflächen finden, und sei daher kurz vor dem Absprung, beziehungsweise auf der Suche nach einem zweiten Investor, der bereit sei, das Risiko mit zu tragen. Auch Umweltschützer torpedierten 3do: Für das Projekt müssten zu viele Rasenflächen und Bäume geopfert werden, so die Kritik von Seiten des BUND.

Auch die Kommunalpolitiker wurden sich uneinig: Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Stadtrat erklärte 3do bereits für tot; und auch die CDU-Fraktion distanzierte sich von dem Projekt.

Lange Zeit schien es, als sei 3do der Wunschtraum einiger weniger, allen voran Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, SPD. Dabei drängte die Zeit: Der Bahnhofsumbau sollte eigentlich zur Fußball-Weltmeisterschaft Mitte 2006 fertig sein.


und die überraschende Wende

Hauptbahnhof Dortmund; Rechte: WDR
Hauptbahnhof Dortmund

22.September 2004: Ein wichtiger Tag für 3do. NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann höchstpersönlich überbrachte das "Go" aus dem Bundesverkehrsministerium. Und, genauso wichtig, eine Förderzusage des Landes über 55 Millionen Euro.

Medienwirksam präsentierten Horstmann und Oberbürgermeister Langemann ein neues Modell von 3do: Der Bau wird niedriger als ursprünglich geplant, die Fassade wurde im Erdgeschoß durch Arkaden aufgelockert, das ganze Gebäude wirkt gefälliger. Auch die Bahn stellte die Weichen auf "freie Fahrt" für die Finanzierung des neuen Bahnhofsprojekts. Was noch fehlt, sind Interessenten für die größeren Ladenlokale und für die Freizeitflächen. Diese muss Sonae suchen.

27. Oktober 2004: Der Haushaltsausschuss des Bundestags sagt eine Förderung von 75 Millionen Euro für 3do zu. Das Geld soll überwiesen werden, sobald die Deutsche Bahn AG und der portugiesische Investor Sonae die Kooperationsverträge unterschreiben.

13. Januar 2005: Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe, sein NRW-Kollege Axel Horstmann und Bahnchef Hartmut Mehdorn einigen sich auf einen Baubeginn noch im Jahr 2005. Die entsprechenden Verträge zwischen Bahn und Sonae sollen im März 2005 unterzeichnet werden.

31. Januar 2005: Die Bahn AG hat die Förderanträge für 3do beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Dieses muss die Pläne auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüfen, bevor die Fördermittel von Land und Bund (zusammen 130 Millionen Euro) frei gegeben werden.

Trotzdem gibt sich die Bahn optimistisch: Zum Fahrplanwechsel im Juni 2005 solle mit dem Bau begonnen werden, verkündet sie.

24.Januar 2006: Das Planfeststellungsverfahren ist offiziell abgeschlossen; die Bahn hat den Baubeschluß gefasst. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft soll jetzt endgültig mit den Bauarbeiten begonnen werden.


18.4.2006: Alles zurück auf Anfang? Die Bahn AG klagt gegen die Sicherheitsbestimmungen beim Feuerschutz - Ende offen.







RN Foto

aus wikipedia.de


http://de.wikipedia.org/wiki/Dortmund_Hauptbahnhof

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/


Werner Porsche
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