Seniortrainer



Die FREIWILLIGEN AGENTUR beteiligt sich am Bundesmodellprogramm "Seniortrainer"Menschen kümmern sich um Menschen Sie fühlt sich zu jung, um den ganzen Tag zu Hause bleiben "Nur Fernsehen und Kreuzworträtsel lösen" ist nicht die Sache von Irene Evers.
Das ist der Mutter zweier erwachsener Kinder zu langweilig.
Weil sie im Alter etwas "Sinnvolles machen will"; sie vor einige Zeit Kontakt mit der FREIWILLIGEN AGENTUR Kaiserslautern geknüpft.
Gestern Nachmittag unterzeichnete Irene Evers mit weiteren sechs Gleichgesinnten eine Selbstverpflichtungserklärung auf Zeit.
Als Seniortrainerin will sie künftig ihre Erfahrung aus Beruf und Alltag verstärkt in die Gesellschaft einbringen.
Wie ihr geht es auch den anderen Frauen und Männern im Alter zwischen 53 und 69 Jahren.
So stand für Jutta Potuloff fest, dass sie nach ihrer Pensionierung "noch etwas dazu lernen will".
Auf der Suche nach einer sinngebenden Tätigkeit kam ihr das vom Bundesministerium für Familie, Senioren und Frauen und Jugend ins Leben gerufene Modellprojekt "Erfahrungswissen für Initiativen" gerade recht.
"Ich bin offen für vieles", so die ehemalige Grundschullehrerin. Vorstellen kann sie sich, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.
Ich freue mich auf das Weiterbildungsangebot." Ähnlich geht es Ingrid Wintergerst. Die gelernte Altenpflegerin ist vor sechs Monaten von Nürnberg nach Kaiserslautern gezogen.
Ihre fünf Söhne sind aus dem Haus. An ihrem vorigen Wohnort hat sie sich in einem Projekt "Mütter für Mütter" engagiert.
Berufstätigen Müttern stand sie zur Seite, wenn deren kleine Kinder plötzlich krank wurden und es an einer kurzfristigen Betreuung mangelte.
Erste Kontakte mit Lydia Müller, der Geschäftsführerin der FREIWILLIGEN AGENTUR Kaiserslautern, empfand sie als ermutigend, sich auch in Kaiserslautern nützlich zu machen.
Ingrid Busch, ehemalige Verwaltungsangestellte beim Lauterer Jugendamt, kann sich gut vorstellen, alten und kranken Menschen zu helfen.
Erste Erfahrungen hat sie in den vergangenen Jahren gemacht. "Ich habe gemerkt, das liegt mir", berichtet sie. Jetzt, wo sie alleine sei, habe sie Zeit, sich um Menschen zu kümmern, denen es nicht so gut gehe. Werner Thürauf, ehemalige Fachkraft für Arbeitssicherheit und Umweltschutz bei Pfaff, glaubt "an das Gute im Menschen". "Das Gute möchte ich weitergeben".
Auf die Unterstützung seiner Ehefrau kann das Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt zählen: "Ich habe einen Freibrief", gibt er schmunzelnd zum Besten.
Über einen aktiven Lebensabend kann Ingrid Wolf berichten.
Die ältere Dame, die sich bereits im Eine Welt-Laden, im Seniorenbeirat und im Internetcafe des Jugendzentrums in der Steinstraße nützlich macht, möchte weitere Verantwortung übernehmen.
Ingrid Wolf weiß bereits, was sie will. "Ausländischen Müttern mit ihren Kindern deutsche Umgangssprache in Alltagssituationen vermitteln: Beim Einkaufen, bei einem Arztbesuch oder einem Behördengang." Von Geschäftsführerin Lydia Müller gab es ein dickes Lob für alle. Sie sprach von einer "prima Sache" und einem "starken Kompetenzteam", das in Kaiserslautern etwas bewegen wolle.
Bevor die Ehrenamtlichen als Seniortrainer ihr Wissen an Jung und Alt weitergeben wollen, werden sie an einem Weiterbildungsangebot der Evangelischen Erwachsenenbildung teilnehmen.
In drei Seminaren werden sie von Heike Baier und Erich Sauer, beide Mitarbeiter des Kooperationspartners, auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet.
Als Seniortrainer werden sie von der FREIWILLIGEN AGENTUR begleitet.
Neue Verantwortungsrollen werden sie bei Vereinen, Selbsthilfegruppen und Organisationen in unterschiedlichen Altersstufen und Tätigkeitsbereichen finden. Das Programm wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und in Rheinland-Pfalz durch das Ministerium für Arbeit , Soziales Familie und Gesundheit und das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur.

Weitere Infos unter
www.efi-programm.de
www.seniortrainer.de.

5. Fachtagung "Erfahrungswissen für Initiativen" (EFI)

Dr. Hermann Kues: "Das Erfahrungswissen der Älteren ist ein Schatz für die gesamte Gesellschaft"

"Wir brauchen Bürgerschaftliches Engagement heute mehr denn je. Angesichts der demografischen Herausforderung kommt dabei älteren Menschen eine zunehmend wichtige Rolle zu. Diese Generation verfügt nach der Berufs- und Familienphase über einen großen Schatz an Erfahrungswissen und Zeit. Dieses Potenzial gilt es, für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Das Modellprojekt EFI ist ein schönes Beispiel dafür", sagt Dr. Hermann Kues. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verweist in seiner heutigen Ansprache zur Eröffnung der 5. Fachtagung "Erfahrungswissen für Initiativen" (EFI) am 10. und 11. April in Berlin auf die sehr positive Bilanz des Modellprogramms: Rund 1000 ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich in den vergangenen vier Jahren in EFI-Kursen für Projektentwicklung und -management  im Freiwilligenbereich weiterqualifiziert. Als seniorTrainer oder seniorTrainerin haben sie bereits mehr als 3.000 ehrenamtliche Projekte aufgebaut oder beraten und begleitet. "Die im Rahmen des EFI-Programms qualifizierten Seniorinnen und Senioren sind verlässliche Partner und wichtige Impulsgeber für bürgerschaftliches Engagement in ihren jeweiligen Kommunen", betont Dr. Hermann Kues. SeniorTrainer oder seniorTrainerinnen gründen und stärken freiwillige Initiativen im sozialen und gesundheitlichen Bereich, in der Jugend- und Bildungsarbeit, in Kultur und Musik, in Kirche und Religion, in Freizeit, Schule und Kindergarten, im Sport und Umweltschutz.

An der heute beginnenden Fachtagung in Berlin beteiligen sich 230 Akteure des Modellprogramms, Entscheidungsträger aus Kommunen, Verbänden, aus Forschung und Wissenschaft aus dem In- und Ausland. In Foren und Podiumsdiskussionen tauschen sich die Fachleute über die Erfahrungen mit dem Modellprogramm aus. Ziel ist, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse das Modellprogramm in enger Abstimmung mit den Ländern und Kommunen weiter auszubauen und das Markenzeichen "seniorTrainer und seniorTrainerin" zu etablieren. Zahlreiche Bundesländer haben sich bereits an der Modellphase beteiligt und bauen nun mit eigenen Mitteln neue Standorte auf.

Informationen zu dem Modellprogramm: www.seniortrainer.de


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Heinz Schüpphaus
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